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Tipps zur Unkrautentfernung

 

Nachfolgend stellen wir Ihnen die verschiedenen Verfahren zur effektiven und gewässerschonenden Unkrautentfernung auf befestigten Verkehrs- oder Betriebsflächen vor. Sie wünschen hierzu konkrete Gerätehinweise? Eine aktuelle und ausführliche Übersicht liefert u. a. die Landwirtschaftskammer NRW hier.

 

Einen Kostenvergleich zwischen den Verfahren finden Sie in einem Erfahrungsbericht zur Wildkrautbeseitigung an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf.

Bei Fragen wenden Sie sich an den Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes.

 

Mechanische Verfahren

Unkrautbürsten und -besen zerstören die Unkräuter und reißen sie gleichzeitig aus. Die Borsten bestehen je nach Gerät und Hersteller aus unterschiedlichen Materialien. Zum Einsatz kommen Bürsten aus Stahl, einer Nylon-Stahl-Kombination, Wellflachdraht sowie Kunststoff.

Entscheidend für den Bekämpfungserfolg der Bürstensysteme ist ein Behandlungsbeginn im zeitigen Frühjahr, solange die Unkräuter klein und entsprechend empfindlich sind. Die erstmalige Behandlung von Flächen, auf denen es bereits seit mehreren Jahren eine „Unkrautkultur“ gibt, sollte bereits im Herbst stattfinden. Sonst kann im Folgejahr eine erhöhte Anzahl von Behandlungen notwendig sein.

Tellerbürsten bestehen meist aus gedrehten Zöpfen. Für die regelmäßige Unterhaltspflege auf gepflasterten Flächen sind eher Borsten aus weicheren Materialien geeignet. Stahlbürsten mit weiter auseinander stehenden Zöpfen wirken sehr aggressiv. Mit ihnen erzielt man gute Erfolge bei der Beseitigung von Unkräutern, die schon seit mehreren Jahren auf einer Fläche wachsen. Für besonders empfindliche Bodenbeläge sind am besten Kunststoffborsten geeignet.
Walzenbürsten sind ebenfalls mit unterschiedlichen Bürstenmaterialien lieferbar. Sie eignen sich vor allem für ebene Flächen mit relativ gleichmäßigem Unkrautbesatz.
Geräte mit zinkenbewehrten Walzen, Stachelrotoren und Wildkrauteggen sind oft für spezielle Einsatzgebiete (z. B. wassergebundene Wege und Tennenwege) gedacht.
Regelmäßiges Kehren mit einem festen Besen beseitigt noch junge Unkräuter und Samen.

 

Thermische Verfahren

Thermische Verfahren zur Unkrautentfernung eignen sich in der Regel für alle Oberflächenbeläge außer für solche aus Kunststoff und Bitumen. Durch die Wärme gerinnt das pflanzeneigene Eiweiß. Teilweise werden die auf der Bodenoberfläche befindlichen Unkrautsamen keimunfähig.

Hochdruck-Heißdampfgeräte erzeugen Wasserdampf, dessen Temperatur deutlich über 100 Grad liegt. Durch die Dampfeinwirkung stirbt das Unkraut ab. Auf dem Boden liegende Samen sind nach der Behandlung zum großen Teil nicht mehr keimfähig.
Heißschaumsysteme erhitzen eine Wasser-/Zuckerlösung bis nahezu 100 Grad. Der dabei entstehende Schaum bewirkt, dass die Hitze für mehrere Sekunden auf der Pflanze erhalten bleibt. Durch die Behandlung stirbt das Unkraut ab. Auf dem Boden liegende Samen sind nach der Behandlung zum großen Teil nicht mehr keimfähig.
Infrarot-Geräte erzeugen eine intensive Wärmestrahlung. Das pflanzeneigene Eiweiß gerinnt, die Zellwände platzen. Nicht nur die Pflanzen verwelken nach der Behandlung, sondern auch auf der Bodenoberfläche befindliche Unkrautsamen werden weitgehend keimunfähig.
Abflammgeräte bringen das pflanzeneigene Eiweiß ebenfalls zum Gerinnen, die Zellwände werden zerstört. Das vollständige Abbrennen der Pflanzen ist für den Erfolg nicht nötig. Kosten und Brandgefahr werden unnötig erhöht.